Geldanlage & Altersvorsorge
Eggenthal, 28.06.2022

Wie legt man Geld in Zeiten von Inflation und Krieg richtig an?

Welche Auswirkungen haben Krisen und Kriege auf Geldanlagen? Manche Anlegerin bzw. Anleger fragt sich derzeit unter Umständen, wie Geld zu Zeiten von Inflation und Krieg richtig angelegt wird bzw. ob eine Anlage überhaupt Sinn macht. Eine Krise jagt die nächste und das Geld auf dem Tagesgeldkonto (ein Sparbuch hat ohnehin kaum jemand mehr) wird durch die Inflation jedes Jahr weniger wert. Ein Betrag von heute 100.000 € hat in einem Jahr eine Kaufkraft von nur noch 92.000 € (Stand 6.2022). Auch der Ukraine-Krieg verunsichert Anlegerinnen und Anleger. Der eine oder andere hat in den letzten 3 Jahren vielleicht sogar den Schritt an die Börse gewagt und Geld in Aktien oder Aktienfonds investiert und wird durch die Entwicklung des ersten Halbjahres 2022 an den Börsen zusätzlich verunsichert.

Wie sich eine Kapitalanlage in Aktienfonds entwickelt und vor allem, wie schnell sich ein Depot nach einem Crash wieder erholt, hängt hauptsächlich von der Art der Fonds, der Struktur, Ausrichtung und der Zusammensetzung ab. Zudem haben Kosten auch einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung. Dabei ist nicht einmal so sehr der Ausgabeaufschlag entscheidend – einen erheblich größeren Einfluss haben die jährlich anfallenden Verwaltungskosten. Dazu kommt noch der Investmentansatz des Fonds: Handelt es aktiv- oder passiv-gemanagte Fonds? Bei aktiv-gemanagten Fonds kommt zu den deutlich höheren Kosten noch das Risiko, dass das Fondsmanagement falsche Entscheidungen trifft und diese Fehlentscheidungen die Anleger Rendite kosten.

Die unten stehende Graphik zeigt die Entwicklung des S&P 500 Total Return Index von 1926 – 2021. Dax und Dow Jones sind zwar sicher einer breiteren Mehrheit bekannt. Den S&P 500 habe ich für die Darstellung gewählt, weil er im Gegensatz zu Dax und Dow Jones, wie die Bezeichnung schon nahe legt, deutlich mehr Unternehmen erfasst. Zudem gibt es den Dax erst seit 1988, was gar keine dauerhaften Rückschlüsse zulässt.

Zur besseren Verdeutlichung wurde der Indexwert in 1 $ zum Start 1926 umgerechnet. Dargestellt ist immer die Entwicklung vom 01.01. bis 31.12. des jeweiligen Jahres. Es kann also durchaus unterjährig zu stärkeren Schwankungen gekommen sein. Ein relativ aktuelles Beispiel ist der Rückgang, ausgelöst durch die Corona-Krise, um rd. 33 % vom 19.02.20 bis zum Tief am 23.03.20, welches sich durch die schnelle Erholung bis zum Jahresende in ein Plus verwandelt und deshalb im Chart nicht als Verlust zu erkennen ist.

Die Darstellung liefert mehrere Kenntnisse – eine davon ist, dass es genau genommen niemals eine Zeit ohne Krisen und Kriege gab, gibt und geben wird. Tatsächlich habe ich nur die wesentlichsten Ereignisse aufgenommen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Aktienkurse fallen – sofern das Depot richtig zusammengesetzt ist – nie ins bodenlose, sondern erholen sich nach jedem Crash immer wieder. Natürlich legt niemand für so lange Zeiträume sein Geld an. Bei der Darstellung geht es mir darum aufzeigen, dass es – über lange Zeiträume betrachtet – immer Krisen gab. Zudem finde ich es selbst auch sehr spannend, es nachvollziehbar aufzuzeigen, wie sich ein Aktienmarkt während er großen Depression der 30er Jahre (nach dem Aktien-Crash 1929) verhielt, oder auch während des 2. Weltkriegs. Auch hier liefert der der S&P-500-Total-Return-Index ein sehr realistisches Bild, weil US-amerikanische Unternehmen bereits zu dieser Zeit sehr global aufgestellt waren und weltweit agierten (so wurde beispielsweise der deutsche Autobauer Opel bereits 1916 von General Motors übernommen). Wenngleich die damalige Globalisierung mit der heutigen nicht verglichen werden kann. Die Total-Return-Variante des S&P-500 berücksichtigt auch Dividenden-Ausschüttungen, die während der Krisen und Kriege trotzdem ausgeschüttet wurden und die Anlegerrendite positiv erhöht haben.

Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis aus diesem Chartbild: Krisen und Kriege sollten Anlegerinnen und Anleger nicht davon abhalten, ihr Kapital sinnvoll anzulegen. Im Gegenteil: Krisen bieten immer wieder gute Einstiegs-Chancen. Und für die Anlegerinnen und Anleger, die bereits investiert sind: Ruhe bewahren und investiert bleiben. Es gibt genügend wissenschaftliche Ausarbeitungen die Belegen, dass Markt-Timing-Versuche nicht funktioniern.

Regel Nr. 1: Immer nur Geld anlegen, das man für die nächsten 8 – 10 Jahre übrig hat und für keine anderen Investitionen oder Anschaffungen benötigt.

Regel Nr. 2: Die wichtigsten Anlagegrundsätze beachten. Diese sorgen dafür, dass Deine Geldanlage gut strukturiert ist und das Risiko breit gestreut ist. Einzelaktien sollten auf keinen Fall darunter sein.

Welches die wichtigsten Anlagegrundsätze sind, werde ich in Kürze in einem weiteren Artikel erläutern.

Fazit: Von Kriegen und Wirtschaftskrisen sollte sich niemand abhalten lassen, sein Geld sinnvoll zu investieren. Der Grund: Beide Ursachen wirken meist nur kurzfristig auf die Kursentwicklung ein. Größeren und vor allem dauerhaften Einfluss auf den Anlageerfolg haben Themen wie Kosten einer Geldanlage, Risikostreuung, Struktur und Diversifikation der Anlage.

Die Ausführungen betreffen übrigens Einmal-Anleger genauso wie Sparplan-Anleger. Sparplaner haben allerdings zumindest in den Anfangsjahren durch den entstehenden Cost-Average-Effekt einen zusätzlichen Vorteil. Deswegen müssen sich Sparplan-Anleger noch weniger sorgen.

Anmerkung: Diese Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Welche Anlagen am besten zu Dir passen, hängt von verschiedenen Faktoren und Umständen ab. Dies lässt sich idealerweise in einem Beratungsgespräch mit mir oder  einem anderen Anlageprofi klären.

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Eggenthal, 19.05.2021

Wie legt man Geld nachhaltig an?

Was sind grüne Investments? Wie so oft im Leben, führen viele Wege nach Rom. Aus der Vielzahl an Möglichkeiten, sein Geld umweltbewußt, ökologisch orientiert zu investieren, gilt es, die passende Variante heraus zu filtern.

Eine pauschale Lösung gibt es dafür nicht. Befasst man sich allerdings näher mit dem Thema „grüne Geldanlage“, stößt man i. d. R. auf 3 klassische Anlagebereiche:

  1. Passive Investments in nachhaltige Investmentfonds
  2. Aktive Investments in nachhaltige Investmentfonds
  3. Direktbeteiligungen in Form von geschlossenen Fonds, auch unter der Abkürzung „AIF“ bekannt, durch Nachrangdarlehen oder Genußrechte

Seit etwa 3 Jahren gibt es eine weitere, interessante Lösung, welche die Vorteile aus allen 3 Welten miteinander verknüpft.

Wie investiert man nachhaltig?Welche der Varianten am besten zu Ihnen passt, lässt sich idealerweise in einem Beratungsgespräch klären.

Als unabhängiger Finanzmakler garantiere ich dafür, dass alle Anlagen von mir auf Herz und Nieren geprüft wurden und dass Sie von mir die Lösung bekommen, die am besten zu Ihnen und Ihren Zielen passt.